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Hildegard von Bingen – Heilerin mit spiritueller Kraft
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09.11.2011, 12:11
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Rhijana LiRanion
Unregistered
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Aus dem Archiv übertragen.
Teil 1: Mittelalter-Mystikerin bis heute erfolgreich
Es gibt nur wenige Menschen, die auch viele hundert Jahre nach ihrer irdischen Erdenwanderung noch so viel Gutes bewirken wie die einstige Äbtissin Hildegard von Bingen. Vielleicht mag es daran liegen, dass die im elften Jahrhundert geborene Kirchenfrau mit ihren hohen, spirituellen Anlagen dazu ausersehen worden war, anderen Menschen, vor allem Kranken, zu helfen. Erstaunlich ist, dass die heutige Wissenschaft die Erkenntnisse und Heilmethoden der Mystikerin in hohem Umfang, nämlich zu über 80 Prozent, bestätigt. Manche Beobachter behaupten, dass bei den übrigen 20 Prozent möglicherweise die Forscher noch nicht so weit sind. In den folgenden Wochen wollen wir einen kleinen Ausschnitt des Schaffens der bedeutungsvollen Mittelalter-Mystikerin präsentieren und auf einige der beeindruckenden Heilrezepte und ihre Anwendung hinweisen, die glücklicherweise mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.
Als ich vor einigen Jahren auf die ganzheitlichen, also natürlichen und schlüssigen Empfehlungen Hildegard von Bingens stieß, konnte ich nicht ahnen, welche durchschlagende Heilkraft uns aus den vor vielen hundert Jahren niedergeschriebenen Verordnungen erwächst. Die hier und in den folgenden Artikeln genannten Empfehlungen entstammen also durchaus auch eigenen Erfahrungen, durch die meine Familie, zahlreiche Freunde, Bekannte und Kollegen und natürlich ich selbst schon enorme Hilfe erfahren durften.
Doch vor allem sollen die Aussagen des renommierten Konstanzer Arztes Dr. Gottfried Hertzka, der die Hildegard-Aufzeichnungen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für die Öffentlichkeit entdeckte und übersetzte, zum Ausdruck kommen, ebenso wie auch die liebevollen und gleichzeitig hoch professionellen Empfehlungen des langjährigen Heilpflanzen- und Hildegard-Experten Helmut Posch und des bekannten deutschen Hildegard-Fachmanns Dr. Wighard Strelow. Hertzka ebnete Hildegard von Bingen für die Jetztzeit den Weg. Neun lateinische Bücher hatte sie geschrieben, unter anderem über die Heilkräfte der Lebensmittel in der Natur ebenso wie über die Ursache von Krankheiten und ihre Behandlung.
In deutschen Reformhäusern und Bioläden ist es leider heute immer noch weitaus schwieriger, ein gutes Hildegard-Sortiment zu finden (vor allem im Norden und Osten), als beispielsweise in Österreich und auch der Schweiz, wo man schon weiter ist. Doch gibt es mittlerweile ja den bequemen Weg des Internets, um seltene Mischungen und Heilpflanzen schnell und problemlos beziehen zu können.
Seit Jahren versorge ich mein Umfeld mit den Gesundheitsrezepten von Hildegard von Bingen, ob es sich bei den Unpässlichkeiten um Erkältungen, Migräne, Magen- und Darmprobleme handelt, oder ob es sogar um etwas schwerwiegendere Angelegenheiten wie Nierenschmerzen und sogar Nierensteine oder auch um Leberprobleme geht. Gelenk- und Rückenschmerzen und müde Knochen gehören inzwischen ebenfalls zum Behandlungsspektrum, wie auch die alljährliche Entschlackungs- und Fitnesskur, der berühmte »Maitrank«, der den Körper auf wohltuende Art in aller Regel wieder dorthin bringt, wo der Mensch ihn am allerliebsten das ganze Jahr über hätte: in einem Zustand der Frische, des Wohlfühlens und der Elastizität.
Wichtig ist es, an dieser Stelle zu betonen, dass man zwar eine Menge Symptome mit Hildegard-Empfehlungen behandeln kann. Jedoch kann in einigen Fällen von Krankheit und Schmerzen selbstverständlich der Weg dennoch nirgendwo anders hin als schnurgerade zum Arzt führen. Denn wenn auch viele Störungen und Beschwerden mit der ganzheitlichen Heilmethode der ehemaligen Kirchenfrau gut in den Griff zu bekommen sind, so versteht es sich bei ernsten Problemen doch von selbst, unverzüglich den Rat des medizinischen Fachmanns zu suchen.
Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179. Geboren in der Nähe Alzeys in Rheinland-Pfalz, war sie bereits in der damaligen Zeit eine Ausnahmeerscheinung: Einerseits gründete sie ihr eigenes Kloster ohne Unterstützung der Kirche und des Staates, und ging einen zu jener Zeit ungewöhnlich erfolgreichen und selbstbewussten Weg. Andererseits wurde Hildegard wegen ihrer Visionen, Prophezeiungen und Veröffentlichungen nicht selten angefeindet und befand sich immer wieder in Gefahr, als Ketzerin und Hexe angeklagt zu werden. Sie wurde 82 Jahre alt.
In einer der zahlreichen Biografien der Klosterfrau heißt es, alle Versuche, ihr Wissen auf eigene Erkenntnisse und Erfahrungen einer der ersten deutschen Naturwissenschaftlerin und Ärztin zurückzuführen, seien bis heute nicht nur gescheitert, sondern stünden sogar im Widerspruch zu ihren eigenen autobiografischen Aussagen. Hildegard schildert dem Mönch Wibert von Gembloux, wie sich ihre Visionen aus dem Licht zutrugen:
»Von meiner Kindheit an erfreute ich mich der Gabe dieser Schau in meiner Seele bis zur gegenwärtigen Stunde, da ich schon mehr als 70 Jahre alt bin. Und meine Seele steigt, wie Gott will, in dieser Schau bis in die Höhe des Firmamentes und die verschiedenen Sphären empor und hält sich bei verschiedenen Völkern auf, obgleich sie in fernen Gegenden und Orten weit von mir entfernt sind. Und da ich dies auf solche Weise in meiner Seele schaue, erblicke ich auch den Wechsel der Wolken und anderer Geschöpfe. Ich sehe dies aber nicht mit den offenen Augen und höre es nicht mit den äußeren Ohren; auch nehme ich es nicht mit den Gedanken meines Herzens wahr noch durch irgendeine Vermittlung meiner fünf Sinne, vielmehr einzig in meiner Seele, mit offenen Augen, sodass ich niemals die Bewusstlosigkeit einer Ekstase erleide, sondern wachend schaue ich dies bei Tag und Nacht.«
Hildegard von Bingen hatte einen tiefen Bezug zu Gott. Die Mystikerin sah in der ganzen Schöpfung, in den Pflanzen und Tieren und sogar in den Steinen geheime Heilkräfte verborgen. Das schöpferische System erschien ihr von höchster Intelligenz entworfen. Hildegards ganzheitliches Heilen umfasst mehrere Fundamente: Sie arbeitet Hand in Hand mit der Natur. Lebensmittel betrachtet sie nicht allein als gesunde Sattmacher, sondern sie heilt mit ihnen.
Jedes Frühjahr steht bei Hildegard für ein Großreinemachen des Körpers. Dazu gehören Entschlackungsmittel und Entgiftungskuren wie der »Maitrank«, wie auch unterschiedliche Ausleitungsverfahren in Form des Aderlasses und des Schröpfens. Die Seele des Menschen muss bei diesen Prozessen mitschwingen, der Geist sich läutern und lösen von allzu Irdisch-Materiellem. Positive, lichte Gedanken unterstützen jeden Heilungsprozess, eine gesunde Portion Humor ebenso.
Quelle
LG
RLR
Teil 2: Körper und Seele im Einklang
Die vier Säulen der Hildegard-Medizin sind die Säulen der vier Elemente. Wie einen Fels in der Brandung der heutigen Meinungsvielfalt beschreibt Hildegard-Experte Helmut Posch diese elementare Grundlage. Dieser Fels werde die vorübergehenden Wellen kurzfristiger Trends überstehen, weil Hildegard die wahren Funktionen der Natur in visionärer Schau gezeigt wurden und deshalb stabil seien wie das Einmaleins, ist der Mann überzeugt. Wer sich einmal näher mit Hildegard beschäftigt hat, wird ihm ohne Zögern zustimmen.
Schon von Beginn an wussten alte Völker auf der ganzen Welt um die Bedeutung der Heilfähigkeit von Pflanzen. Zahlreiche Legenden sprechen von Unsichtbaren und Lichtwesen, die den Menschen die Geheimnisse über ihre Anwendung offenbarten. Schamanen und Medizinmänner, aber vor allem auch die Frauen der Stämme gaben das wertvolle Wissen weiter. Hildegard von Bingen erhielt ihr Wissen aus dem Licht. In unzähligen Visionen wurden ihr die Schöpfungsgesetze zuteil, das ganzheitliche Wirken der Natur offenbart.
»In allen Geschöpfen, den Tieren, den Vögeln, den Fischen, den Kräutern und den Fruchtbäumen liegen geheimnisvolle Heilkräfte verborgen, die kein Mensch wissen kann, wenn sie nicht Gott selber geoffenbart hat.« (H. v. B.)
Die Menschen heute ernähren sich zu ungesund. Fertiggerichte und Fast-Food enthalten Gifte und Dickmacher, die häufig ohne Nachdenken konsumiert werden. Dabei wäre es viel einfacher, die frischen Lebensmittel einzeln und direkt zuzubereiten, so, wie Hildegard es schon vor langer Zeit empfahl. Zwar nimmt diese natürliche Methode etwas mehr Zeit in Anspruch, doch ernähren wir uns auf diese Weise nicht nur gesünder, sondern können mit vielen Obst-, Gemüse- und Kräutersorten auf überraschende Weise sogar heilen. Welche Lebensmittel gegen welche Krankheiten wirksam sind, erfahren wir von der Klosterfrau. ( »Eure Lebensmittel sollen Eure Heilmittel sein«, sagte schon Hippokrates.)
Zur Entgiftungstherapie, vor allem im Frühjahr, zählen Aderlass, Schröpfen, Blutegeltherapie und – besonders wichtig – das Fasten. Laut Hildegard von Bingen kann bis sechs Tage nach Vollmond ein Aderlass vorgenommen werden. »Bei zunehmendem Monde nimmt der Saft in den Bäumen und Pflanzen sowie das Blut im Menschen zu. Hingegen nimmt bei abnehmendem Mond der Saft bei den Pflanzen und Bäumen und das Blut bei Mensch und Tier ab.«
Deshalb wird der Aderlass bis sechs Tage nach Vollmond vorgenommen, denn früher oder später ist der Nutzen längst nicht so groß, da eine Abscheidung der Schlackenstoffe dann nur schwer möglich ist. Beim richtigen Zeitpunkt hingegen ist der Vorgang sogar mit bloßem Auge erkennbar. Alle krankheitsbildenden Stoffe werden nach Hildegard so aus dem Körper ausgeleitet.
»Sind bei einem Menschen die Gefäße mit Blut gefüllt, so müssen sie von dem schädlichen Schleim und dem von der Verdauung gelieferten Saft mittels eines Einschnittes gereinigt werden.« (H. v. B.)
Nach Hildegard von Bingen wohnen 35 Seelenkräfte im Menschen. Sie sind jeweils dem Körper und seinen Organen zugeordnet. Gerade in der heutigen, auf Materialismus ausgerichteten Zeit erscheint es wichtiger denn je, einen Blick in Hildegards tiefes Wissen um Körper und Psyche des Menschen zu werfen. Denn es sind alleine die destruktiven Seelenkräfte wie die vornehmliche Ausrichtung auf materielle Dinge, Macht oder Gier, die den Auslöser für Krisen oder Krankheiten bilden.
Der Weg zur Heilung besteht darin, diese Kräfte ins Positive umzuwandeln. Man findet dieses Wissen in dem wegweisenden Buch Die Psychotherapie der Hildegard von Bingen, das überraschende Einsichten und Erkenntnisse vermittelt, die zu einem ganz neuen Verständnis von körperlicher und seelischer Gesundheit führen. Selbsterkenntnis der eigenen Stärken und Schwächen, heißt die Devise. Hildegard versucht dies durch positives und konstruktives Denken und durch viel Humor auszugleichen. Und immer wieder setzt sie auf das Erkennen der eigenen Kräfte:
»Du hast Augen im Kopf, damit du dich nach allen Seiten umschauen kannst. Entdeckst du irgendwo Schmutz, so wasche ihn ab. Siehst du etwas vertrocknen, so lass es wieder grün werden. Hättest du keine Augen, wäre dein Verhalten zu entschuldigen. Aber du hast ja welche. Warum schaust du dich mit ihnen nicht um?«
Unser Leben ist unruhiger geworden, zunehmend wird der Mensch durch wachsenden Stress belastet. Umso wichtiger also ist es, zu den Tugenden zurückzukehren und sie zu leben, denn sie machen den Menschen einfach lichter, fröhlicher und gesünder.
Die seinerzeit als Prophetin Deutschlands im ganzen Abendland bekannte und anerkannte Mystikerin hat in ihrem umfangreichen Schriftwerk das genannte medizinische Werk hinterlassen, von dem es heißt, dass es – wie alle anderen von ihr verfassten Bücher auch – durch göttliche Inspirationen entstand. Ihren Aufzeichnungen zufolge erhielt sie von Gott den konkreten Auftrag: »Schreibe, was du siehst und hörst, tue kund die Wunder, die du erfahren. Schreibe sie auf und sprich …« (H. v. B.)
Quelle
LG
RLR
Teil 3: Hildegards Medizin-Pioniere
Über 800 Jahre lang sind die medizinischen Aufzeichnungen der Hildegard von Bingen völlig unbeachtet geblieben. Wahrscheinlich wusste man in früherer Zeit nicht viel damit anzufangen. Erst in den 1950er-Jahren entdeckte der am Bodensee lebende Mediziner Dr. Gottfried Hertzka die zufällig wieder aufgetauchten Folianten und ließ sich fortan in seiner Arbeit als Arzt von den medizinischen Schriften Hildegard von Bingens leiten. Er erforschte und erprobte ihre Empfehlungen und Rezepte und ließ sich besonders von den spirituellen Eingaben der Klosterfrau führen, von deren visionärem Ursprung er fest überzeugt war. Zusammen mit dem Apotheker Max Breindl entwickelte er ab 1960 entsprechende Rezepturen.
Ein eigenes, völlig neues, abgeschlossenes Medizinsystem offenbarte sich mit zunehmendem Studium. Nach einigen Jahren der »Hildegard-Praxis«, welche von spektakulären Heilerfolgen begleitet wurde, wollte Dr. Hertzka das beeindruckende Wissen nicht mehr für sich behalten. Durch sein Buch So heilt Gott, das er daraufhin schrieb, wurden die zum Teil sensationellen Erfahrungen einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich gemacht.
Auf diese Weise wurden der deutsche Mediziner Wighard Strehlow und der österreichische Heilkundler Helmut Posch auf Hildegard von Bingen aufmerksam. Strehlow gilt heute als Nachfolger des 1997 verstorbenen Gottfried Hertzka. Viele Jahre praktizierte er Hildegard-Heilkunde in der Hildegard-Praxis Konstanz. Seit April 1993 leitet Strehlow das Kurhaus Hildegard von Bingen in Allensbach am Bodensee. Zahlreiche Bücher und Fachartikel weisen seine hohe Kompetenz aus.
Der Österreicher Helmut Posch, der an seinem Umfeld und an sich selbst zahlreiche Rezepte ausprobierte, wurde nach eigenen Worten ein »Überzeugungstäter«. Längst gilt er – neben Strehlow – als einer der führenden »Hildegard-von-Bingen-Experten« im gesamten deutschsprachigen Raum. Im österreichischen St. Georgen liegt zwischen Attergau und Salzburg seine riesige Farm, auf der er gemeinsam mit seiner Familie seit Jahrzehnten unter anderem seltene Heilkräuter und -pflanzen anbaut. Komplizierte Mischungen aus den biologisch angebauten, zum Teil raren Pflanzen stellt er liebevoll her, sodass der interessierte Homöopath nicht unbedingt selbst durch Wald und Flur streifen und zusammensammeln muss, was nur in sehr genau berechneten und speziellen Zusammensetzungen auch vollkommene Wirkkraft entfalten kann.
Posch ist heute überzeugt: »Nach über 30 Jahren Erfahrung kann ich nur sagen: Hildegard ist ein zuverlässiger Wegweiser für unsere Gesundheit. Unzähligen Kranken konnte geholfen werden, und es gibt zahlreiche Menschen, die sich durch Hildegard trotz ihres Alters bester Gesundheit erfreuen. Wer erkannt hat, was wir an Hildegard haben, bleibt der Hildegard-Philosophie treu, weil er weiß, dass sie eine zuverlässige Quelle der Gesundheit ist.«
Der Hildegard-Experte Posch veröffentlichte schließlich seine jahrelangen Sammlungen von Mitteilungen an Interessierte in dem Buch Was ist Hildegard-Medizin?. Sowohl eigene als auch Erfahrungen des inzwischen verstorbenen Mediziners Gottfried Hertzka finden sich in dem sympathischen und leicht verständlichen Büchlein, das eigentlich bei so gut wie allen Zipperlein und Krankheiten wertvollen Rat weiß. Es ist ein sehr gut strukturiertes Buch, in dem die wichtigsten Grundregeln der Hildegard-Heilmethoden zusammengefasst sind. Über eine Stichwortübersicht sowohl der Heilpflanzen als auch der kleinen und größeren Gebrechen findet man schnell die entsprechenden Stellen, wo Hilfe angeboten wird.
Im Vorwort heißt es unter anderem: »Das uralte Programm hippokratischer Heilkunde, das den Menschen als Ganzen in seiner Welt zu erfassen suchte, tritt wiederum als Aufgabe für morgen in das Blickfeld. Vor diesem Hintergrund wenden wir unser Augenmerk auf vergilbte Gesundheitsbücher der heiligen Hildegard von Bingen, durch welche wir wirklich in der Lage sind, etwas an dieser Welt zu ändern.«
Wir wollen uns in den folgenden Artikeln mit einigen Pflanzen- und Kräutermischungen beschäftigen, die die erleuchtete Frau im frühen Mittelalter schon erkennen durfte. Vorherrschend von dem Gedanken des gesamtheitlichen Heilens geführt, bedeutete der Begriff Gesundheit nach Hildegard von Bingen, einen vitalen Körper und dazu einen lebendigen Geist in ausgewogenem Verhältnis zu besitzen.
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LG
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Teil 4: Mit der Maitrank-Kur die Gifte aus dem Körper schleusen
In unserer Frühjahrsreihe soll es um das Wirken der Klosterfrau Hildegard von Bingen gehen, deren Antrieb für ihre Berufung als Heilerin vor allem Glaube, Liebe und Respekt vor der Schöpfung war. Auch wenn zwischen ihrem damaligen Wirken und der heutigen Zeit etwa 900 Jahre liegen, so hat die Wirkkraft ihres Schaffens bis jetzt nicht ein Stäubchen an Stärke verloren. Nicht um ihre berühmte Frühjahrskur kommt derjenige umhin, welcher sich zu den echten Hildegard-Fans zählt. Die Wirkung ist umwerfend. Vom österreichischen Hildegard-Experten Posch der »Maitrank« genannt, ist das wohlschmeckende Elixier zur Stärkung des Körpers ab dem Monat Mai bis in den Oktober hinein als wirksames Universalmittel Hildegards äußerst wertvoll. Was verbirgt sich dahinter?
Auf Weinbasis mit Frühlingswermutsaft und Honig bereitet, wirkt der Maitrank vor allem gegen Verkalkung in den Adern und Arteriosklerose. Im Originaltext Hildegards aus dem 12. Jahrhundert heißt es:
»… davon trinke von Mai bis Oktober nüchtern jeden dritten Tag. Das vertilgt die ›Lanksucht‹ und Melancholie in Dir und macht Deine Augen klar. Es stärkt das Herz und verhindert, dass Deine Lunge krank wird. Es wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide und gibt gute Verdauung.« (H. v. B.)
Der deutsche Arzt und Wiederentdecker Hildegard von Bingens, Dr. Gottfried Hertzka, hatte in diesem Zusammenhang bereits einiges Wertvolles herausgefunden. In dem Buch Was ist Hildegard-Medizin? zitiert Posch den Mediziner häufiger, der den Erklärungen der Klosterfrau stets tief auf den Grund ging. So hatte er auch den Begriff »Lanksucht« genauer untersucht: »Die Lanken bedeuten den biegsamen Teil zwischen Rippen und Beckengürtel. Hildegard meint damit die Nierengegend, ja, das ganze Nierensystem.« Nach Hildegard von Bingen ist die Niere das eigentliche Altersorgan. Schlecht funktionierende Nieren verursachen und beschleunigen den Altersvorgang, genauer gesagt, die Verkalkung, wodurch eine chronische Nierenschädigung eintritt. Die Arteriosklerose schädigt auch das Herz, die Sehkraft und stört die Funktionen des Magen-Darm-Traktes. »Vor allem leiden darunter auch die Eingeweide, zu denen nach Hildegard neben den Sexualorganen auch die Drüsen mit innerer Sekretion gehören, wie zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse. Gerade von dieser wissen wir, dass sie durch Arteriosklerose funktionsschwach wird und im Laufe der Zeit (Sucht) zur Zuckerkrankheit wird«, so Hertzka.
Genau gegen diese Kettenreaktion wirkt die Maitrank-Kur. Was sie leistet, kann sich sehen lassen: »Sie tilgt den Mutterstoff aller schweren Krankheiten im Menschen, das sogenannte Melanche Chem. Sie macht Deine Augen klar und stärkt das Herz. Sie duldet kein Krankwerden der Lunge, gibt eine gute Magendurchblutung, säubert die Eingeweide und bereitet gute Verdauung. Damit haben wir in der Frühjahrskur die ideale Arteriosklerose-Alters- und Diabetes-Vorbeugung.«
Hier wird genau beschrieben, wie es mit schlecht funktionierenden Nieren beginnt und welche Folgeerkrankungen damit verbunden sind. Der Ökobauer Posch erklärt es so: »Die Nieren filtern nicht mehr alle Ausscheidungsprodukte durch, weshalb es im Blut, besser gesagt, in den Adern, zu Kalkablagerungen kommt, welche mit den Blutfetten verhärten und verkrusten.« Damit werde einer Reihe von Krankheiten Tür und Tor geöffnet. Anfänglich mache sich die beginnende Verkalkung mit Energielosigkeit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche bemerkbar und führe auch zu leichter Vergesslichkeit, so Posch. In weiterer Folge gesellten sich Depressionen mit Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber dazu. Es fehle an Antrieb und Lebensmut. »Neben Kontaktschwierigkeiten fällt auch noch die erhöhte Reizbarkeit auf. Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris sind die häufige Folge.«
Der Heilmittel-Hersteller Posch hat viele Zuschriften zu Hildegards Maitrank von Hildegard-Freunden erhalten, die mit dem Elixier gute Erfahrungen gesammelt haben. So schreibt Frau Herta W.: »Ergänzend möchte ich noch sagen, dass meine 70-jährige Mutter durch die Frühlingskur erstmals keinerlei Beschwerden mehr hat, wo sie seit Jahren immer mit der Leber, Galle und Schilddrüse Probleme hatte. Außerdem legt sie eine für dieses Alter fast schon ungewöhnlich erscheinende Energie an den Tag.«
Viele überzeugte Briefe sind es, und ich selbst kann dem Lob nur zustimmen. Seit einigen Jahren nehmen alle Erwachsenen unserer Familie den Maitrank von Mai bis Oktober ein. Hatte ich beispielsweise schon mit Mitte 40 öfter Galle- und Leberbeschwerden, aber auch Rückenprobleme, so sind diese Symptome mit jedem weiteren Jahr der Maitrankkur zurückgegangen. Auch meinem über 70-jährigen Schwiegervater, der seit Jahren im Frühjahr, Sommer und Herbst im Garten werkelt, geht es gesundheitlich besser denn je. Abgesehen davon, dass sich jeder auf den gutschmeckenden, kleinen Weintrunk alle drei Tage freut, ist das Wohlgefühl fast schon während des Trinkens spürbar.
Vielleicht liegt es ja auch daran, dass Helmut Posch, einer der Hersteller des Maitranks, sich genau an die Anweisungen Hildegards hält und nichts eigenmächtig verändert. Bei einem biologischen Weinbauern habe er ein eigenes Weinfass, berichtet er. An diesem Wein, so Posch, werde »nichts gemacht«, das heißt weder aufgezuckert noch mit anderen Rebsorten vermischt, oder was sonst noch in dieser Branche üblich sei. Unzähligen Kranken sei bereits geholfen worden und es gebe zahlreiche Menschen, die sich durch Hildegard trotz ihres Alters bester Gesundheit erfreuen. »Wer erkannt hat, was wir an Hildegard haben, bleibt der Hildegard-Philosophie treu, weil er weiß, dass sie eine zuverlässige Quelle der Gesundheit ist.«
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Teil 5: Dinkel: Das beste Heil- und Verjüngungsmittel der ganzen Welt
Es ist schon merkwürdig: Seit dem ersten Tag der Begegnung mit dem Gesundheitswerk Hildegard von Bingens sind Arztbesuche bei uns zur Ausnahme geworden. Ist es die selbstverständliche, humorvolle Art der Mystikerin aus dem Mittelalter, mit der sie an die kleinen und großen Wehwehchen herangeht? Auf jeden Fall wird man wesentlich selbstbewusster im Umgang mit den eigenen Zipperlein und auch den Krankheiten der Familie und des Umfeldes. Hildegard von Bingen erzieht uns, die Sache mit unserem Körper und Geist besser selbst in die Hand zu nehmen und nicht wegen einer tropfenden Nase immer gleich zum Arzt zu rennen.
Seit mein Schwiegervater zweimal durch die berühmte Dinkelgrießsuppe der Äbtissin auf schmerzlose Weise bohrende Nierensteine loswurde, traue ich mich auch schon einmal an nicht ganz so einfache Fälle heran. Wohlgemerkt, es muss dabei klar sein, dass in extremen Situationen selbstverständlich besser ein Doktor aufgesucht wird. Doch oftmals kann man selbst gut weiterkommen, wenn man sich ein Hildegard-Buch in die Hand nimmt und einmal nachschaut, was man auf natürliche und leichte Weise entweder präventiv oder tatsächlich auch behandelnd tun könnte.
Kurz zu besagter Dinkelgrießsuppe: In den Jahren, die ich meinen Schwiegervater nun schon kenne, hatte der Mann bereits dreimal Nierensteine. Das erste Mal quälte er sich wochenlang mit schweren Koliken. Der besorgte Arzt empfahl ihm nach der Nierensteindiagnose eine konservative Behandlung: Vollbäder, Wärmflaschen, Treppenhüpfen. Regelmäßig wurde per Ultraschall überprüft, ob die Steine sich etwa bewegt oder gelockert hatten. Lange Zeit geschah nichts, außer, dass die Schmerzen mittlerweile unerträglich geworden waren. Nach Harnstau und Fieber war inzwischen bereits über eine Steinzertrümmerung nachgedacht worden, als die Übeltäter sich von selbst lösten. Unter unsagbaren Schmerzen brach Schwiegervater zusammen, die zum Teil riesigen Steine lösten sich und gingen schließlich ab. Der arme Mann war innerhalb kurzer Zeit um Jahre gealtert, und es dauerte eine ganze Weile, bis er sich von den Strapazen wieder einigermaßen erholt hatte.
Nach etwa zwei Jahren gingen dieselben Symptome wieder los: Schmerzen in der Lenden- und Nierengegend, die immer heftiger wurden. Schwiegervater hatte wieder seine gekrümmte Körperhaltung eingenommen, die wir vom letzten Mal noch kannten. Mittlerweile war ich auf Hildegard von Bingen gestoßen und hatte aufmerksam über ihre berühmte Dinkelgrießsuppe gelesen, die bei Nierenleiden helfen sollte. So schlug ich vor, die Natur-Therapie einmal auszuprobieren. Schwiegervater war einverstanden. Jeden Tag erhielt er eine große Suppentasse davon. Nach etwa zehn Tagen ging es los: Wie durch ein Wunder lösten sich die Steine in feines Gegriesel auf und verließen den Körper allmählich auf völlig schmerzlose Weise und ganz von allein. Die Schmerzen waren schon Tage zuvor verschwunden. Wir konnten es zunächst nicht glauben, doch der Arzt, der die Steine zuvor per Ultraschall entdeckt hatte, konnte nach 14 Tagen nichts mehr finden.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es sinnvoll ist, die Suppe regelmäßig zu essen, als Präventivmaßnahme sozusagen. Wir hatten sie eher wie eine Behandlung eingesetzt, die man nach dem gewünschten Erfolg wieder absetzt. Als knapp zwei Jahre später erneut dieselbe Diagnose gestellt wurde, beschlossen wir: Die Suppe gibt es ab sofort regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche. Seitdem ist mein Schwiegervater von jeglichen Nierenproblemen befreit.
Das Hauptzaubermittel dieser Suppe ist der Dinkel. Hildegard sagt dazu: »Dinkel ist das beste Korn. Ist warm, fett, kraftvoll und lieblicher denn alle anderen Getreide. Es macht seinem Esser rechtes Fleisch und rechtes Blut, frohen Sinn und freudig menschliches Denken. Wie immer gegessen, ob als Brot oder sonst wie verkocht, Spelt ist gut und lind.« (H. v. B.)
Der Heilpflanzen-Experte Posch zieht aus diesen Aussagen wichtige Schlüsse: Dinkel ist das gesündeste Grundnahrungsmittel, das auf dieser Erde wächst. Dinkel ist das beste Korn. Weder Weizen noch Roggen noch Hafer oder Gerste kommen an seine Qualität heran: »Vom Dinkel können Sie leben, und es wird ihnen an nichts fehlen: keine Vitamine, keine Spurenelemente und was sonst noch alles dazugehört … Dinkel führt den gesunden und kranken, den alten und jungen Menschen genau jene Aufbaustoffe zu, welche zur Bildung von gesundem Fleisch und Blut erforderlich sind. Er macht nicht dick und schwappig, sondern kerngesund. Nur vom Dinkel ist das fein ausgemahlene Mehl ebenso wertvoll wie das ganze Korn. Darüber hinaus macht er den Menschen froh und humorvoll und gibt ihm ein sonniges freudiges Gemüt. Das setzt, wie man heute weiß, gute Nerven voraus. Das macht Dinkel ganz von selbst.«
Wer nach Rezepten von Hildegard von Bingen kocht, der kann und wird niemals auf Dinkel verzichten. Er stellt praktisch eine der wichtigsten Säulen der Hildegard-Ernährung dar. Zahlreiche Probleme, die andere Ernährungsarten mit sich bringen, fallen bei diesem großartigen Getreide komplett weg. Die hellsichtige Klosterfrau Hildegard sagt dazu: »Und wenn einer so krank ist, dass er vor Krankheit nicht essen kann, dann nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser unter Beigabe von Fett oder Eidotter, sodass man ihn wegen des besseren Geschmacks lieber essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute Salbe.« (H. v. B.)
Der Hildegard-Entdecker Dr. Gottfried Hertzka setzte aufgrund langjähriger Erfahrung als Hildegard-Heilpraktiker ebenso tiefstes Vertrauen in die Heilkraft des wertvollen Getreides. Er konnte mit Dinkel sogar etliche Male Krebskranke heilen. Gefragt, was er selbst im Falle einer Krebserkrankung tun würde, antwortete er: »Ich würde mich mit einem Sack voll Dinkelkörner auf eine Hütte in den Alpen zurückziehen und zusehen, wer stärker ist, der Krebs oder der Dinkel. Und ich weiß, wie das ausgeht!«
Und auch Helmut Posch sieht die Sache ähnlich: »Wie Sie wissen, endet zur Zeit die moderne Krebsbehandlung in einer Sackgasse. Hat man alle Stationen durchlaufen, wird man nach Hause geschickt. Für viele sind dann die Tage gezählt. Dabei ist nicht mehr der Krebs das Hauptproblem, sondern der körperliche Kräfteverfall durch ein zerstörtes Blut und zerstörtes Fett in den Zellen und Fettgeweben. Es bedarf einer beträchtlichen Lebensleistung, den am Rande des Grabes stehenden Patienten aufzubauen. Hier dürfte mit Dinkel noch einiges möglich sein. Mit Dinkel erhöht sich jedenfalls die Chance, noch einmal davonzukommen.«
Zum guten Schluss noch das Rezept der Dinkelgrießsuppe von Hildegard, die so erfolgreich die Nierensteine von Schwiegervater schmerz-, sang- und klanglos zertrümmerte:
Zuerst feingehackte Zwiebel in Butter hellbraun anrösten und mit ca. einem Liter Wasser aufgießen. Solange das Wasser noch kalt ist, vier Esslöffel voll Dinkelgrieß einrühren. Mit Salz, Muskatnuss, Petersilie, etwas Galgantpulver und Bertrampulver würzen. Die letzten beiden Gewürze sind nicht unbedingt nötig, aber von Vorteil. Das Ganze aufkochen, ein paarmal gut umrühren, ziehen lassen und schon kann die Suppe serviert werden.
Hildegard von Bingen betrachtet die Niere als das eigentliche Altersorgan. Schlecht funktionierende Nieren beschleunigen den Altersvorgang. Helmut Posch ist sich sicher: Menschen mit schlecht funktionierenden Nieren können unter Umständen älter aussehen, als sie tatsächlich sind – und umgekehrt. Wer häufig oder gar täglich eine Dinkelgrießsuppe isst, sorgt für eine gute Nierenflutung. Posch weist darauf hin, dass die Dinkelgrießsuppe, wie alle anderen warmen Speisen, niemals zu heiß gegessen werden sollte (so wie auch niemals Eiskaltes gegessen werden darf).
Alles in allem: Man kann sich keinen größeren Gefallen tun, als so oft wie möglich diese wunderbare Dinkelgrießsuppe zu essen. Sie ist die beste Nierenspülung und das billigste Anti-Aging-Mittel.
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Pers.Anm. vom 09. November 2011: Mein Vater hatte vor ca. 1 Monat heftigste Schmerzen, so dass er zum einen schief nach rechts und zum anderen auch nach vorn gebeugt lief. Er konnte sich kaum bewegen und sich selbst auch nicht bücken, um z.B. Strümpfe anzuziehen.
Ich fuhr ihn zu einer Heilerin -ehemalige Allgemeinmedizinerin, die seit mehr als 30 Jahren schon praktische Akkupunktur zur Heilung verschiedenster Krankheiten vornahm. Sie stellte fest, dass er Probleme mit den Nieren hatte. Zwei Nadeln steckte sie ihm oben zwischen die Augenbrauen am Ende des Nasenrückens bereits im Wartezimmer rein. Sofort war die Schieflage behoben und er konnte zumindest gerade im Stuhl sitzen. Nach der ersten Behandlung, war es ihm sogar möglich seine Strümpfe wieder selbst anzuziehen.
Sie verordnete ihm für die nächsten 14 Tage: täglich morgens 1 x Dinkelsuppe, alle anderen Mahlzeiten nur Hirsebrei oder/und Gemüse und Obst, keine Milchprodukte, kein Fleisch, nur eine bestimmte Teemischung oder Wasser. Bereits nach wenigen Tagen ging es meinem Vater extrem besser. Nach einer Woche hatte er schon keine Schmerzen mehr.
Seine Ernährung hat er inzwischen umgestellt (wir haben gemeinsam eingekauft und gekocht einige Tage, einfach Rezepte ausprobiert, was ohne Fleisch so alles machbar ist - hat zudem sehr viel Spaß gemacht) und isst nun keine Milchprodukte mehr, Fleisch nur noch sehr selten und wenig und die Dinkelsuppe gibt es mind. 2x in der Woche vorbeugend, die übrigens unglaublich wohlschmeckend ist (!). Hirsebrei gibt es auch hin und wieder, der zum einen sehr gut sättigt, auch wenn er etwas fad schmeckt, so sorgt er für die Ausscheidung der Giftstoffe aus dem Körper. Jedoch kann man jedwede Gemüseart zum Hirsebrei hinzugeben oder mit gebratene Zwiebeln würzen, damit das Ganze etwas besser mundet. Hier gibt es viel Spielraum sich den Hirsebrei zu verfeinern.
Die Dinkelgrießsuppe ist auf jeden Fall ein sehr gutes Rezept gegen Nierenleiden, wie oben schon beschrieben und sie wirkt; wir haben es getestet.
LG
RLR
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10.11.2011, 09:56
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Rhijana LiRanion
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Und mehr über Hildegard gibt es noch auf dieser Internetseite zu lesen.
Teil 6: Salbei gegen Rheuma und Arthrose
In ihren Geschichten, ihren Eingebungen aus dem Licht, erfuhr die hellsichtige Kirchenfrau Hildegard von Bingen vor allem von der umfassenden Heilkraft der Pflanzen und Kräuter. Darüber hinaus wurden ihr in ihren ahnungsvollen Inspirationen zahlreiche Mysterien rund um die Musik kundgetan, die sie unter dem Titel Symphonie der Harmonie der himmlischen Erscheinungen aufschrieb. Auch von der Heilkraft der Steine besaß Hildegard umfassende Kenntnisse. Es war vor allem auch ein ansehnlicher Werte- und Ethikkodex, den die Mystikerin des Mittelalters niederschrieb und der, wie auch zahlreiche weitere schöpferische Eingebungen, der Nachwelt glücklicherweise erhalten geblieben ist. Die Gesetze von Liebe und Werten, die schöpferisch zwischen Himmel und Erde wirken, enthüllte die Benediktinerin auf der Basis ihres tiefen Gottesglaubens, der aus jeder ihrer bemerkenswerten Zeilen spricht.
Es wäre sicherlich interessant, sich all’ den verschiedenen Themen, die sie auf unnachahmliche Weise bearbeitete, zu nähern. Doch waren ihre Schaffenskraft und ihr lebensumspannendes Spektrum derartig weit gefasst, dass man lange Zeit benötigte, um ihrem Gesamtwerk gerecht zu werden. An dieser Stelle soll es um weitere Heilkräfte von Kräutern und Pflanzen gehen.
Der österreichische Unternehmer, Ökobauer und Hildegard-Experte Helmut Posch weist auf den Umstand hin, dass der moderne Mensch von heute immer seltener in sich hinein hört, um eventuell bei kleineren gesundheitlichen Störungen das Zepter lieber selbst in die Hand zu nehmen, anstatt immer gleich zum Doktor zu laufen. Er mahnt, der Mensch habe die Verantwortung für seine Gesundheit heute schon beinahe an die Ärzte abgegeben. »Sind wir für unsere Gesundheit nicht zuerst selbst zuständig? Nach Hildegard – ja! Sie sagt, das sei zuerst Dein ureigenstes Problem. Du selbst bist für Deine Gesundheit selbst zuständig. Zumeist heißt es in ihren Rezepten: Mach Dir, nimm dies oder jenes und Du wirst geheilt.«
Sie duze uns und spreche den Kranken an. Dahinter verberge sich freilich mehr, als wir in unserer ablehnenden Haltung erkennen wollten: »Jede Krankheit hat uns etwas zu sagen, sollte uns im Zuge einer Selbstdiagnose und dem Versuch, uns selbst wieder zu heilen, anders, ein wenig besser machen. Wenn wir jedes Wehwehchen mit Pillen wegzaubern, lernen wir unsere Schwachstellen nicht einmal kennen.«
Auch der Hildegard-Spezialist Dr. Wighart Strehlow setzt längst nicht mehr allein auf die konventionelle Medizin, sondern vielmehr hauptsächlich auf die lange erprobten, außergewöhnlichen Heilempfehlungen der Klosterfrau Hildegard von Bingen, weil er die Wurzeln ihres Wissens einzuschätzen vermochte: »Hildegard verband in ihrem Gesundheitsprogramm Medizin, Theologie und Kosmologie. Sie kannte die Fundamente des Universums und die spirituellen Heilkräfte, mit denen sich das Leben kraftvoll entfaltet. Die erste deutsche Prophetin war eine gesuchte Beraterin für Kaiser, Könige, Päpste und das einfache Volk. Ihre Visionen sind heute wieder aktuell und ein Leitstern für die Hilflosigkeit unserer Zeit.«
Das Frühjahr eignet sich besonders für eine gründliche Reinigung. Das gilt nicht nur für den Hausputz, sondern ebenso für unseren Körper. In einem der vorangegangenen Artikel haben wir den berühmten »Maitrank« Hildegard von Bingens vorgestellt, ein Elixier, das man von Mai bis Oktober einnimmt, um dem im langen Winter vernachlässigten Körper neue Frische und Gesundheit zu verleihen. Er reinigt Blut und Venen und leitet Schadstoffe aus.
Unterstützend dazu macht Hildegard von Bingen mehrere Vorschläge, um das Ziel noch effektiver zu erreichen. Eines ihrer unkompliziertesten Mittel heißt Salbei. Wer einen Garten hat, tut gut daran, das Wunderkraut anzupflanzen. Doch auch der sonnige Balkon eignet sich hervorragend, um viele Monate im Jahr die wertvolle Küchenpflanze für die täglichen Speisen parat zu haben:
»Er wächst mehr aus Sonnenwärme als Erdfeuchte und nützt gegen kraftlose Säfte, weil er trocken ist. Roh und gekocht ist er dem gut zu essen, welchen schädigende Säfte erschöpfen, da er diese aufzehrt.« (H. v. B.) (Was ist Hildegard-Medizin?)
Wer bei dem Begriff Salbei zuerst an Tee denkt, liegt natürlich richtig. Doch sollten wir uns durchaus daran gewöhnen, Salbei auch roh zu essen, oder zahlreiche Speisen damit zu würzen. Roh und gekocht, »wenn uns schädigende Säfte erschöpfen«. Hildegard-Freund Posch beschreibt es so: »Mit schädigenden Säften meint Hildegard offenbar Stoffwechselerkrankungen, üblen Atem und Verschleimungen.«
Im Sommer zwischendurch roh genascht, wird der Salbei im Winter pulverisiert auf Brot gegessen. Das ist überraschenderweise wohlschmeckend und beugt zahlreichen Zipperlein vor. Doch noch einmal zum Salbeitee. Auch diesen empfiehlt die Klosterfrau, und zwar bei Rheuma und Gicht: »Wenn der Kranke gichtig ist, also fast lahmt, koche Salbei in Wasser und trinks. Es mindert Säfte und Schleim in ihm. Denn seine durch Wasser gemaßte (abgestimmte) Wärme behebt Lähme im Menschen.« (H. v. B.)
Und auch gegen Harndrang, gegen Urinbeschwerden, hilft Salbei: »Wer seinen Harn infolge Magenkälte nicht zurückhalten kann, koch Salbei in Wasser, seih ab und trink ihn oft warm, und er wird geheilt.« (H. v. B.) Hildegard-Experte Posch: »Das kann bei Männern, Frauen und Kindern vorkommen. Manchmal genügt schon ein zu kaltes Getränk, um diesbezüglich in Verlegenheit zu kommen. Der Magen ›erkaltet‹, die Magen-Darm-Schranke bleibt ›offen‹ und man ›muss‹ so oft. Dann trinke Salbeitee.«
Salbei ist ein Wundermittel, welches allerdings viel zu selten zum Einsatz kommt. Das Kraut reinigt den Körper, reinigt das Blut und die Adern, reinigt die Haut. Der Salbei enthält neben wertvollen Flavonoiden und Gerbstoffen auch ätherische Öle, die antibakteriell wirken. Salbei wirkt auch gegen übermäßiges Schwitzen, das durch Schadstoffe im Körper, durch die zahlreichen Umweltgifte, die wir leider täglich zu uns nehmen, hervorgerufen werden kann.
Wer keinen Zugang zu frischem Salbei hat, dem seien die Salbei-Tabs empfohlen. Man kann sie einnehmen oder pulverisiert auf dem Butterbrot zu sich nehmen, in der praktischen und handlichen Hartbox hat man auf diese Weise den wertvollen Salbei, wo immer man sich auch befindet, stets dabei.
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RLR
Teil 7: Birnhonig zur Entschlackung, Kubeben für den aktiven Geist
Manchmal muss man auch mit liebgewordenen Gewohnheiten brechen, wenn die Gesundheit es erfordert. Eine der größten Überraschungen liefert Hildegard von Bingen zum Thema Birne. Seit ich die Ernährungsgewohnheiten auf die Erkenntnisse der Klosterfrau abgestimmt habe, essen wir daheim keine rohen Birnen mehr. Warum? Weil die Birne in gekochtem Zustand der Gesundheit zuträglich ist, ja, sogar heilen kann, und zwar in Verbindung mit Honig und einigen kräftigen Wurzeln.
Rohe Birnen, so Hildegard, können dagegen allerlei anrichten: »Die Birnenfrucht ist schwer, gewichtig und rauh. Wird sie roh übermäßig gegessen, macht sie Kopfweh und Dämpfigkeit in der Brust, da sich vom Birnsaft etwas in der Brust niederschlägt und angezogen wird, wobei sich der Saft auch in der Leber und Lunge gleich Bleisinter wie Weinstein verhärtet. Deshalb entstehen in der Leber und in der Lunge oft große Leiden. Wie ein Mensch manchmal schon vom Gebrauch des Weines satter wird, so mischt sich auch der Birnsaft unter den Atem, der davon rauh wird. Darum atmet auch einer schwer, nachdem er rohe Birnen aß, woraus manchmal viele Schwächen in seiner Brust entspringen.« (H. v. B.)
Wer also Birnen essen will, soll dies besser gegart tun. Wer Probleme mit Leber oder Lunge hat, soll rohe Birnen lieber gar nicht verzehren. Hildegard von Bingen empfiehlt allerdings wärmstens gegarte Birnen – mit Honig. Gekocht seien sie besser als gebraten, »weil das Wasser den in ihnen enthaltenen Saft allmählich auszieht, das Feuer aber heftig wirkt und beim Braten nicht allen Saft entzieht«.
Wer meint, durch das Kochen gingen alle Vitamine verloren, der sei getröstet. Das Köcheln auf kleiner Flamme bewahrt viel Gesundes, während natürlich ein lautes, heftiges Brodeln das Gute in den Sud zieht. Die gekochte Birne wird zu Mus gedrückt, mit Honig vermischt, und das Birnhonigpulver, bestehend aus Bärwurzfenchel und Süßholzwurzel, darunter gemischt. Die ätherischen Öle des Bärwurzfenchels und die Galgantwurzel-Scharfstoffe regen die Sekretion der Verdauungssäfte an und können so eine innere Reinigung bewirken. Fertig ist die Birnhonigkur. Sie isst man am besten drei Mal am Tag in kleinen Portionen, und sie ist »wertvoller als Gold, denn sie reinigt den Menschen innerlich, wie, wenn man einen Topf vom Schimmel reinigt.« (H. v. B.)
Wunderbare, erfrischende Birnenrezepte, vom Birnen-Eierkuchen aus Dinkelmehl bis zu den köstlichen Birnen nach Berner Art mit Dinkelgrieß und Vanillecreme, finden sich übrigens in dem umfangreichen Werk des Hildegard-Arztes und Heilpraktikers Wighard Strehlow Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen. Auch andere, abwechslungsreiche, sehr leicht verständliche Rezepte, um Geist und Körper fit und gesund zu halten, sind in dem 560-Seiten-Buch zu entdecken. Diese werden dem Hildegard-Grundsatz gerecht, nach dem Obst und Gemüse nicht nur Nahrung, sondern wirkungsvolle und wertvolle Heilmittel sind.
Wer seinen Körper entschlackt und reinigt, sollte natürlich auch etwas für den Geist tun. Heiterkeit und eine reine Auffassungsgabe sind ein gutes Grundgerüst dafür. Auch für diese überlebenswichtige Angelegenheit hat Hildegard von Bingen hilfreiche Empfehlungen: Zum Beispiel Kubeben. Kubeben sind seit der Antike als Heilmittel verwendet worden und werden heute noch im Osten, doch zunehmend auch in Europa, sehr geschätzt. Sie wirken schleimlösend und werden auch in Mitteln gegen Atembeschwerden eingesetzt. Gleichzeitig steigern sie die Gedankenkraft und bereiten gute Laune.
Kubeben sind Pfefferpflanzen, sie haben antiseptische Eigenschaften. In der Volksheilkunde finden die getrockneten Früchte unter anderem Verwendung bei entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen der Harnwege, bei Kopfschmerzen und Gedächtnisschwäche. »Kubeben führen roh gegessen zu einer heiteren Gemütslage und machen eine reine Auffassungsgabe und Geschicklichkeit.« (H. v. B.)
Die Energie der Kubeben-Tabs wird beim Genuss durch ein herb-kühlendes Gefühl im Mund spürbar. Besonders geeignet sind sie daher für Situationen, in denen, ob von Jung oder Alt, erhöhte geistige Aufmerksamkeit gefordert wird: in der Schule, im Studenten- oder im Berufsleben.
Die Empfehlungen der Klosterfrau Hildegard von Bingen basieren auf den Naturprodukten dieser Erde. Der bekannte Hildegard-Heilpraktiker Wighard Strehlow schreibt: »Lebensmittel sind Mittel zum Leben, mit denen wir die Gesundheit optimal erhalten oder sie wiederherstellen können. Daher darf man die Auswahl nicht dem Zufall oder der Gewohnheit überlassen. Hildegard von Bingen gibt in ihrer Naturheilkunde über 2.000 Heilmittel-Beschreibungen, Ernährungshinweise und Regeln für eine gesunde Lebensführung.«
Wer sich mit Hildegard beschäftigt, wird schnell fasziniert sein von der großen Heilkraft ihres Wissens, das einst aus dem Lichte kam.
LG
RLR
Teil 8: Hildegards Grippepulver – bei Erkältung, verdorbenem Magen und Herzschwäche
Nichts ist schlimmer, als der Erkältungserreger, der sich langsam, aber sicher, anschleicht. Man spürt ihn, er setzt sich auf die Stimme, in die Nase, in den Hals. Er sagt: Ich befalle Dich jetzt, und dann bleib ich eine Weile. Man spürt das aufkommende Fieber, den Schüttelfrost, und fühlt sich hilflos. Zum Schluss: Resignation. Der Bazillus hat gewonnen, man liegt flach.
Jeder hat das sicher schon unzählige Male erlebt, so wie ich auch. Seitdem ich allerdings die natürlichen Rezepte der Klosterfrau Hildegard von Bingen kenne und nutze, hatte ich nicht eine einzige Erkältung mehr, geschweige denn, eine böse Grippe. Wenn die Viren oder Bakterien kommen, dann komme ich ihnen mit dem Grippepulver von Hildegard. Und schon ergreifen sie die Flucht.
Dieses Grippepulver ist eine wahre Wundermixtur, denn es heilt alles, was den Menschen müde, krank, schlapp und handlungsunfähig macht. Es hilft bei Kopfweh, Husten, Schnupfen, Erkältung, bei einem verdorbenen Magen bzw. Magen-Darmproblemen und als Herzmittel. Es gibt sogar noch eine siebente Wirkung. Man muss nur ein wenig Galgantpulver dazugeben – und ist nach dem Essen seine Blähungen los.
Die Verabreichung ist, je nach Qualität und Lokalisation der Bazillen, unterschiedlich. Wer Husten hat, sollte nach den Empfehlungen des Hildegard-Experten Posch das Grippe-Pulver in ein Omelett backen und mit vielen Äpfeln essen. Etwas Rohrzucker erhöht die Wirkkraft, denn er gilt bei Hildegard von Bingen als Hustenmedizin.
Schnupfen: Man nehme etwas Grippepulver und gebe es auf eine trockene und geruchsfreie Unterlage. Und nun rieche man daran. Man soll wirklich nur riechen, und nicht etwa das Pulver einziehen. Allein der Geruch stimmt die Nase um: Sie bleibt trocken. Auch als Präventionsmaßnahme ist dies eine wunderbare Methode: Wenn schon alle anderen verschnupft sind, muss man ja nicht unbedingt auch dazugehören. So genügt es, wenige Male am Tag »eine Nase voll zu nehmen«.
Auch der Beginn von Erkältungen macht mit Hildegard Spaß: Das Pulver wird in heißem Wein getrunken. Wein, in Maßen getrunken, ist eines der wichtigsten Heilmittel der hellsichtigen Äbtissin. Im beginnenden Erkältungsstadium, aber auch, wenn es schon »passiert« ist, wirkt dieser Glühwein, abends vor dem Zubettgehen getrunken, wahre Wunder.
Wer übrigens viel sprechen muss und auf seine Stimme angewiesen ist, der lege sich täglich ein, zwei kleine Tabletten auf den hinteren Teil der Zunge, lasse sie langsam zergehen und so lange wie möglich im Mund. Jeder Reiz wird im Keim erstickt, die Bazillen kriegen das Laufen.
Wer sich den Magen verdorben hat, hat mit dem Grippepulver von Hildegard von Bingen einen guten Freund gewonnen. Er nehme das Pulver bei auftretenden Bauchschmerzen oder Koliken nach dem Essen trocken ein. Würde man in solchen Fällen nichts unternehmen, so Helmut Posch, könnte daraus eine Gallenkolik werden oder sogar ein Herzinfarkt entstehen. »Die entscheidende Wirkung des Pulvers hierbei ist, dass durch Aufstoßen oder Wind die Gefahr beseitigt wird.«
Damit hat man bereits die nächste Kurve des Grippepulvers zur Befähigung als Herzmittel genommen. Bei Herzschwäche oder -fehler tut man gut daran, das Pulver trocken auf Brot einzunehmen. Es führt dem Herzen wieder Kraft zu. »Wir wissen ja, dass Grippe sehr häufig Herzfehler oder Herzschwäche hinterlässt, und das ist speziell bei älteren Leuten doch eine nicht zu unterschätzende Gefahr.« Ebenso ist Heilpraktiker Posch überzeugt: »Nach dem allseits bekannten Grippewitz dauert die Grippe mit ärztlicher Behandlung zwei Wochen und ohne – 14 Tage. Nicht so mit Hilfe dieses Pulvers. Da ist in spätestens drei Tagen die Grippe abgeklungen … Das Pulver hat seine Wirkung, ob man es glaubt, oder nicht. Am besten sieht man sie bei Kindern. Man wird ihnen nicht vorher einreden müssen, dass es hilft.«
Nun fragt sich sicher der eine oder andere, was denn alles drin sei in diesem beeindruckenden Grippepulver? Es ist gar nicht schwer, und man kann es eigentlich leicht selbst machen. Ebenso könnte man die gepressten Pulvertabletten »Pilogrip« natürlich auch fertig nehmen. So hat man sie jederzeit überall in einer praktischen, kleinen Reisebox dabei. Ich habe immer eine davon in der Tasche, nicht nur für mich allein. Unzählige Male schon konnte ich schnell und wirkungsvoll anderen Menschen damit helfen.
Die Poschsche Methode nach dem Originalrezept von Hildegard von Bingen geht so: Wir trocknen die Blätter der echten englischen Edelpelargonie, besorgen uns in der Apotheke Bertrampulver (Radix pyrethri), Muskatnusspulver bekommen wir im Supermarkt – und dann haben wir schon alles beisammen. Die getrockneten Pelargonienblätter pulverisieren wir im Mörser oder der Kaffeemaschine und mischen alles wie folgt zusammen:
40 g Pelargonienpulver, 35 g Bertrampulver, 25 g Muskatpulver, und schon sind 100 Gramm Grippepulver fertig.
Immer wieder fragt man sich: Wie kann es möglich sein, dass Hildegard von Bingen all dieses Wissen schon vor beinahe 900 Jahren hatte? Die Antwort ist einfach: Sie hat es in Visionen gezeigt und erklärt bekommen, von himmlischen Wesen, wie sie selbst immer sagte. Wir können diese Wesen vielleicht nicht sehen, aber wir können ihnen danken. Genauso, wie wir glücklich sein dürfen, dass die Klosterfrau Hildegard von Bingen sich im Dienste der Menschheit auch gegen den Widerstand einiger Kirchenfürsten durchsetzte und die wertvollen Hinweise für ihre Nachwelt aufschrieb.
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10.11.2011, 11:03
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Rhijana LiRanion
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Teil 9: Bestes Mückenstichmittel aller Zeiten: der Wegerich!
Der feuchte Sommer zieht sie an: die Mücken! Millionenfach schwirren sie herum, in riesigen Schwärmen summen sie über Wiesen und Tümpel, auch abends suchen sie uns in Gärten und auf Balkonen heim und sobald sie einen Lichtschimmer entdecken, schwupp, sind sie auch schon im Haus. Niemand ist dann vor ihnen sicher.
So manch eine schlaflose Nacht haben sie fast jedem Menschen schon bereitet, die unerfreulichen Stechlinge, auch wenn sie für Frösche und Vögel ein wahrer Leckerbissen sind: Sie sirren und flirren uns Menschen bösartig um die Ohren, beim Spazierengehen, beim Grillen, im Schlaf: Kaum erklingt ihr feindlich-summender Angriffston, ist man sofort hellwach, denn das Geräusch verheißt wahrlich nichts Gutes. Wer von Mücken heimgesucht und gestochen wird, den juckt es schon bald überall. Und: Je mehr er kratzt, desto schlimmer wird es, manchmal bis zur offenen Blutwunde und tiefster Verzweiflung. Nein, unsere Freunde sind sie nicht gerade, die Mücken oder Moskitos.
Was also empfahl Hildegard von Bingen ihren armen Zeitgenossen, die sich verzweifelt kratzten und unter dem Juckreiz der Mückenstiche wie verrückt litten?
Sie schickte sie hinaus in die Mutter Natur. Meist schon direkt vor der Haustüre fanden die geplagten Mitbürger sofort angenehme Linderung. Die wenigsten Menschen wissen das jedoch: An allen Stellen und Ecken draußen gibt es unauffällige Helfer, die schnelle Erleichterung schaffen, ob man nun mitten in der Stadt wohnt oder auf dem Land. Praktisch an jedem Bürgersteig, auf jeder Wiese, in fast allen Gärten und in jedem natürlichen Biotop wächst, ja, wuchert unser alter Freund, der Natur-Sanitäter Wegerich.
Fast weltweit findet man ihn, hierzulande wächst er, wie gesagt, beinahe überall: Er schießt wie Unkraut. Das Wort Wegerich stammt aus dem Althochdeutschen: wega (Weg) und rih (König), somit könnte man ihn auch den Herrscher des Weges nennen.
In mehreren Ausführungen kommt er daher: Zum Beispiel schmal und dünn, heißt er Spitzwegerich, dick und rund ist es der Breitwegerich. Dessen Blätter liegen platt am Boden und jedes Kind kennt ihn schon, denn er wächst wirklich überall, selbst zwischen den Steinplatten, auf die man mit Kreide den Hüpfkasten aufmalt. Und auch der Mittelwegerich, dem breiten Bruder eher ähnlich, erwartet uns draußen allerorten.
Dieser Wegerich, den man sein halbes Leben lang achtlos verschmähte, hätte einen doch schon so oft retten können vor den plagenden, juckenden Mückenstichen, hätte man es nur gewusst. Es ist kaum zu glauben, aber wer ihn einmal ausprobiert hat, der wird wahrscheinlich nie wieder eine teure Salbe kaufen.
Der Wegerich, ob dick oder dünn, platt oder schlank, ist absolut Erste-Hilfe-tauglich: Wird man gestochen, so pflücke man einfach eines der kräftigen Blätter, zerdrücke dieses, bis der grün-gelbe Saft austritt und reibe den bösen Stich damit ein. Sofort tritt Linderung ein, die kleine Wunde, mehrmals auf diese Weise behandelt, wächst sich nicht mehr zu einem juckenden, roten oder gar blutenden Geschwür aus, sondern zieht sich sang- und klanglos wieder zurück.
Tja, so einfach kann das Leben manchmal sein. Und so wenig wissen wir Menschen, die wir uns so klug und gebildet wähnen, über die natürlichsten Dinge auf der Welt. Selbstverständlich gibt es auch Salben, die man in der Apotheke kaufen kann. Und manch einer hat auch seine spezielle Mischung gefunden, die ihm hilft. Doch wer die Linderung der Wegerichblätter einmal ausprobiert hat, gibt höchstwahrscheinlich künftig keinen einzigen Cent mehr für chemische Arzneien aus.
In besonders hartnäckigen Fällen, auch bei Wespen-, Bienen- oder gar Spinnenstichen, kann man übrigens eine noch wirksamere Wegerich-methode anwenden: Hildegard von Bingens wörtliche Empfehlung dazu:
»Und wer von Stechen geplagt wird, der koche seine (Wegerich) Blätter in Wasser und nachdem das Wasser ausgedrückt ist, lege er diese warm auf den Ort, wo es schmerzt, und das Stechen wird weichen. Und wenn eine Spinne oder ein anderer Wurm einen Menschen berührt oder sticht, dann soll er sofort mit Wegerich-Saft die Stichstelle salben, und es wird ihm besser gehen.«
Als ich von den heilsamen Wirkkräften des Wegerichs erfuhr, habe ich mir umgehend meinen Schwiegervater, eine große Schüssel und eine kleine Schaufel geschnappt und wir sind zur nahegelegenen Naturwiese gegangen. Dort suchten wir die schönsten Pflanzen aus, buddelten sie mit wenigen Handgriffen aus und pflanzten sie wenig später in unserem Garten wieder ein. Ein paarmal gut gegossen, haben sie sich schnell bei uns wohlgefühlt. Der wirklich anspruchslose Wegerich braucht wenig Wasser und kommt auch mit Dürreperioden gut zurecht.
Auf diese Weise haben wir jetzt die treuen und zuverlässigen Helfer direkt neben Blumen und Sträuchern stehen. Der Spitzwegerich, der sich inzwischen gewaltig entwickelt hat, ist nun eine wunderschöne, stattliche Pflanze geworden. Denn die hübschen, zarten Blüten, die sich auf den zierlichen langen Stängeln in einem wohlgeordneten Blätterkissen wiegen, strahlen durchaus einen edlen Charakter aus. Der Wegerich macht sich also auch sehr gut in gepflegten Gärten als wunderschöner und gleichzeitig doch vertrauter Blickfang.
Wer nun aus irgendeinem Grund keinen Wegerich zur Verfügung hat oder auf Reisen ist und keine Zeit findet, ihn zu suchen, und wer vor allem auch nachts auf der sicheren Seite sein will, der findet die oben beschriebene Wegerichessenz auch in Form eines wirkmächtigen Sprays, eins zu eins nach Hildegards Empfehlung hergestellt. Wer die kleine Sprayflasche immer in der Tasche mit sich führt, wird künftig Sieger über alle Mücken dieser Erde sein.
Der Wegerich kann übrigens noch viel mehr. Er hilft uns zum Beispiel auch bei Knochenbrüchen, eine schnellere Heilung zu erlangen. Dazu benötigt man jedoch nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln der Wunderpflanze. Dazu Hildegard von Bingen:
»Wenn aber einem Menschen an irgendeiner Stelle ein Knochen durch einen Unfall zerbrochen wird, dann schneide er Wegerich-Wurzeln in Honig, und er esse es täglich nüchtern, und er koche auch mäßig die grünen Blätter der Malve und fünfmal so viel Blätter oder Wurzeln von Wegerich mit Wasser in einem neuen Topf, und er lege sie oft warm auf die Stelle, wo es schmerzt, und der gebrochene Knochen wird geheilt werden.«
Warum sollte man das nicht ausprobieren? Wenn wir doch ohnehin wissen, dass sie immer recht hat, die einstige Äbtissin Hildegard von Bingen? Vor fast 900 Jahren wurde ihr buchstäblich der Himmel geöffnet: Hildegard wurde vom Licht in das urewige Wirken der Schöpfungsgeheimnisse eingeweiht. Himmlische, unsichtbare, unendliche Gesetze, die also auch auf Erden gelten und mit etwas geistiger Flexibilität eigentlich ganz leicht von jedem Menschen erkannt werden können, umgeben uns allgegenwärtig. Sie wirken ohne Unterlass. Sie wirken immer gleich, unumstößlich. Wohl dem, der es lernt, sie zu entdecken und sein Leben mit diesen Gesetzen zu verbinden.
Hildegard von Bingen schenkte uns ihr Wissen. Alles, was ihr vom Licht offenbart wurde, schrieb sie nieder: Ob es um die Heilkraft von Edelsteinen ging, um die medizinische Wirkung von Kräutern und Pflanzen, ob sie alle Obst -und Gemüsesorten nicht nur als tägliche Ernährung, sondern vor allem auch als wirksame Heilpflanzen erklärte oder die Ursachen unserer Krankheiten erläuterte: Immer ist der Ratschlag Hildegard von Bingens äußerst wertvoll und richtig. Und nicht selten liegt die Ursache für Unwohlsein, Siechtum und Schmerz im Fehlverhalten des Menschen. Auch das lernen wir von ihr.
Hildegard von Bingen ermahnt uns liebevoll und beständig, wachsam, offen und lebendig mitten in der Schöpfung zu stehen und niemals nachzulassen. Denn sie hat schon vor neunhundert Jahren erkannt: Die von uns Menschen selbst geschaffenen Probleme und Unglücke, vor allem aber das Ungleichgewicht zwischen Geist und Körper, zwischen Mensch und Natur, zwischen den ewig währenden Gesetzen und unseren Verstößen dagegen, trennen uns immer noch von der heiß ersehnten, allumfassenden Liebe und der damit verbundenen herrlichen Leichtigkeit des Seins, die wir dringend benötigen. Heute mehr als je zuvor.
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